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Minister Hermann: „RE-Züge können nicht an jeder Milchkanne halten“

RE-Halt in Erbach Thema im Verkehrsausschuss des Landtags

In der letzten Sitzung des Verkehrsausschusses des baden-württembergischen Landtags wurde auf Antrag des Ulmer SPD-Abgeordneten Martin Rivoir das Thema „RE-Halt“ in Erbach diskutiert. Leider kam dabei wenig Greifbares heraus.

Minister Hermann stellte zwar in Aussicht, einen Halt für die Züge von Ulm über Friedrichshafen nach Basel zu prüfen. Für diese Verbindung muss aber die Elektrifizierung der Bodenseegürtelbahn und der Hochrheinbahn abgeschlossen sein. Beide Projekte befinden sich erst im Anfangsstadium, wenn man die Zeitdauer der Elektrifizierung der Südbahn als Maßstab nimmt, dürfte dies erst zum Ende des Jahrzehnts realisiert sein.

Rivoir: „Das Angebot, dies zu prüfen, ist eine Mogelpackung. Zwar ist es nett, wenn der Zug Ulm-Basel in Erbach hält, das ist aber nicht das, was die Region fordert. Erbach braucht den Halt des RE-Zuges, der die Strecke Friedrichshafen-Ulm-Stuttgart über die Neubaustrecke fährt um eine umsteigefreie Verbindung zum Flughafen und eben nach Stuttgart zu bekommen.“

Ein Halt des über die Neubaustrecke verkehrenden RE stieß beim Minister aber auf wenig Zustimmung. Minister Hermann sagte, dass schnelle Züge eben schnelle Züge seien, die „nicht an jeder Milchkanne halten können“. In Benutzung dieses uralten Zitats von Ex-Bahnchef Hartmut Mehdorn zeige der Minister aus Sicht von Rivoir, dass er sich nicht ernsthaft für einen Erbacher Halt der Züge, die über die Neubaustrecke nach Stuttgart fahren, einsetzen will. Im Übrigen, so der Minister könne man aus Erbach ja mit der Regionalbahn nach Ulm fahren und dort umsteigen.

Die nächste wichtige Information über einen mögliche RE-Halt in Erbach dürfte mit der Veröffentlichung einer so genannten eisenbahnwissenschaftlicher Untersuchung für den Korridor Stuttgart-Ulm-Friedrichshafen vorliegen. Dieses Gutachten war ursprünglich für Ende 2020 angekündigt, soll jetzt aber in diesem Monat veröffentlicht werden. Dann sieht man aus der Sicht von Rivoir klarer, ob der Halt des dort verkehrenden RE in Erbach überhaupt untersucht wurde bzw. welche Investitionen ggf. notwendig wären um diesen zu ermöglichen.

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